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Ihre Geschichte

Guten Abend.

Wir waren wieder unterwegs. Diesmal vom 13.1 bis 17.1.

Wieder einmal haben wir sehr viele Obdachlose gefunden. In den letzten vier Tagen waren es 55 Obdachlose. Da wir die letzten Tage nicht nur Winterpakete ausgeben, sondern auch noch verschiedene Arten von Suppe, Punsch, leckere Köstlichkeiten, Brot und Wasser. Das Konzept was wir verfolgen wird immer größer und erstaunlicher. Immer mehr Menschen schließen sich Ringo for Homeless an, um bei etwas einzigartigen dabei zu sein. Ich muss mich bei allen Teilnehmenden recht herzlich bedanken, denn ohne eure Hilfe wäre das alles nicht möglich. Ich bekomme nicht nur Nachrichten aus Österreich, sondern mittlerweile auch schon aus Deutschland und der Schweiz 😀

Ich bin echt begeistert, was wir hier auf die Beine gestellt haben. Mitte Februar werde ich alles zusammenfassen, was alles in diesen Winter umgesetzt worden ist.

Jetzt aber noch ein paar Worte zu Obdachlosen.

Vor zwei Tagen habe ich zwei junge Menschen auf der Straße gefunden. Beide waren definitiv unter 25 Jahre alt. Ich sah das Mädchen eingerollt am eiskalten Boden liegen. Als ich sie so liegen sah, tat es meinem Herzen so richtig weh. Aber so richtig.

Die Angst das sie diese Nacht vielleicht erfrieren könnte, oder sie an Drogenkonsum sterben würde, war einfach nur schrecklich. Der Gedanke an das Gesehene, was dich in der Nacht immer wieder munter lassen wird, weil das Mitleid für diese Menschen richtig groß ist. Jeder von uns hat Fehler, absolut jeder. Kein Mensch verdient es so unterzugehen. Egal wie hart die Arbeit mit Kindern ist oder man die Ausrede sucht, ich kann nichts mehr tun für sie, die stößt mir einfach sauer auf. Ich habe auch Kinder, aber ich wüsste ganz genau, wie ich meine Kinder davon wieder wegbekomme.

Wie ich sie eben so eingerollt liegen gesehen habe, kam sie mir vor wie ein kleines Kind, das einfach nur geliebt werden möchte. Ein Kind das verstoßen wurde, weil sie einen schrecklichen Fehler begangen hat. Einen Fehler, den man ihr nicht verziehen hat. Sollte sie auch die Suchthilfe abgelehnt haben, dann würde ich meinem Kind beistehen, bis sie wieder die alte wäre. Leider kommen manche nie wieder raus, weil sie den Absprung alleine nicht mehr schaffen. Genau aus diesem Grund, will ich helfen. Das ist es, was mich zu Höchstleistungen bringt.

Drogen können einen leider komplett zerstören. Ich habe es in letzter Zeit, leider viel zu oft mitbekommen.

Am Donnerstag haben wir einen gefunden, der in Mistkübel nach essen gesucht hat. Er wollte nirgends anders hingehen, weil er alleine bleiben möchte. Alleine und weit weg von allen. Diese Menschen findet man nur in der Nacht. Damit sie nicht gesehen werden. Jedoch haben wir ihn gefunden und ihm ein Lächeln ins Gesicht gezaubert 😊. Das hat mich persönlich sehr glücklich gemacht. Da wir ja immer wieder etwas zu essen mithaben, konnte ich ihm sogar einiges einpacken, damit er frisches Essen für ein paar Tage hat 😊.

Heute haben wir eine größere Menge von Obdachlosen gefunden. Die Armut war ihnen ins Gesicht geschrieben. Die haben sich heute regelrecht um die Sachen gestritten. Ich habe sie beruhigen können und ihnen mitgeteilt, dass ich jede Menge noch auf Lager habe. Nach der Ausgabe von den Winterpaketen, Bekleidung und Schuhe, haben sie den leckeren Punsch und die Suppe genossen. Ein Riesen Dankeschön nochmals an die Helferinnen 😀

Dann habe ich noch einen Vater mit seinen Sohn gesehen. Mann konnte die Verzweiflung in seinen Augen sehen. Es traf mich sehr hart, denn kein Kind sollte auf der Straße sein. Kein Kind sollte auch betteln müssen um essen und trinken. Ein Kind sollte Kind sein dürfen. Den Vater sehe ich morgen nochmals, danach werde ich herausfinden, was er benötigt. Vielleicht werde ich dafür von euch Hilfe benötigen.

Leider ist es wieder einmal ein langer Text geworden, aber diese Menschen haben sehr viel zu erzählen und ich gebe nur einen Bruchteil hier weiter, sonst würde ich noch ein paar Tage hier sitzen und euch jedes Detail noch genauer schildern, aber das wird alles in meinem Buch niedergeschrieben werden.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

In Dankbarkeit euer

Phillip Ringo Nussbaumer

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