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Die Geschichten von 3 Obdachlosen

Hallo liebe Freunde und Bekannte.

Wir waren wieder unterwegs für die gute Sache.Diesmal vom 9.1 bis 13.1.

Wieder einmal muss ich mich bei meinen Begleitern bedanken. Meine Begleiter zeigen immer wieder neuen Mut und Hoffnung für Menschen die es brauchen. Menschen die abgeschieden leben und sich von uns abgekapselt haben. Menschen die lieber in der Kälte sind, als bei Menschen die ihnen schlechtes antun wollen. Die letzten Tage waren sehr ereignisreich. Ich habe viele neue Obdachlose kennenlernen dürfen und ihre Geschichte dazu.

Einer davon heißt Thomas. Er ist schon ziemlich lange auf der Straße. Fast 15 Jahre. Leider hat ihm das Leben stark zugesetzt. Aber er ist ein Kämpfer. Ein Kämpfer für sich selbst. Er ist eigentlich ein Wahnsinn. Was er durchgemacht hat und jetzt lebt, das ist mit Worten nicht zu beschreiben. Die Geschichten von den Obdachlosen werde ich in einem Buch verfassen. Da nehme ich mir Zeit dafür um gut davon berichten zu können. Aber nochmals zu Thomas. Obwohl er ein Obdachloser ist, hat er eine besondere Ausstrahlung. Eine Ausstrahlung die mich beeindruckt hat. Obwohl er alleine ist, ist seine Seele frei und mit so viel Liebe, was mich echt zum nachdenken bringt. Obwohl er nichts hat, hat er jedoch viel mehr als manche Menschen. Selbst das Leid kann ihn nicht zerstören, da er die Macht besitzt, andere zu lieben. Das macht ihn wahrhaftig zu einem besonderen Menschen. Ich habe es gespürt und ich danke ihn vielmals dafür.

Dann ist da noch Philipp. Er ist 82 Jahre alt und schon über 20 Jahre auf der Straße. Er ist ebenso ein besonderer Mensch und hat ebenso eine verdammt gute Einstellung zu Menschen. Obwohl er sehr viel durchgemacht hat, schimpft er nicht über andere, sondern er ist sehr sehr dankbar für das was er hat. Dort wo ich ihn gefunden habe, dort lebt er schon seit Jahrzehnten. Das muss man sich mal vorstellen können. Er trotz jeder Hitze, jeder Kälte. Er hat eine sehr bewegte Kindheit und Vergangenheit hinter sich, genau aus diesem Grunde macht er mich glücklich. Er hat sein Lächeln und seine angenehme Art und Weise nicht verlernt. Es ist das Geld, der Neid, der Hass, alle schlechten Dinge die uns zu anderen macht. Doch diejenigen die nichts haben, die sind so, wie ich die mir vorstelle. Dankbar, hilfsbereit, motivierend, liebevoll, usw….Ich danke Philipp dafür, dass er mich in sein Herz gelassen hat. Ich danke ihn für seine Dankbarkeit und das aus tiefstem Herzen.

Dann gibt es noch Stefan. Stefan ist zu allen anderen Obdachlosen ein junger Mensch, der noch sein ganzes Leben vor sich hat. Mit 35 Jahren auf der Straße ist er noch relativ jung. Doch auch er hat vieles zu erzählen, was mein Herz berührt und bewegt. Mit so vielen Verlusten, dennoch den Kopf hoch behalten um seine Würde nicht zu verlieren, das grenzt für mich an ein Wunder. Tapfer zu sein in den finsteren Nächten, tapfer zu sein für andere, tapfer zu sein für schwache. Das macht Stefan zu einem Obdachlosen, mit viel Herz und einen starken Charakter. Wo viele Obdachlose zuerst auf sich schauen, ist er einer, der zuerst auf andere schaut und dann erst auf sich selber. Er hat mich zu Tränen gerührt und mich etwas gelehrt, was ich in dieser Konstellation niemals gelernt hätte.

Abschließend zu diesen Tagen, habe ich eine Bitte an euch. Diese Obdachlose benötigen etwas warmes. Sie bitten mich um eine Suppe. Eine warme Nudelsuppe. Wer von euch könnte Nudelsuppe kochen und in warmen haltbaren Gefäßen warm halten?

Ich würde mich mit Personen in Kontakt setzen, die das für mich tun würden. Ich werde alle Gefäße natürlich auswaschen und wieder retour bringen.

Ich gehe jeden Tag ab 17.00 Uhr. Jeden Tag, auch Samstag und Sonntags. Ich bin an einigen Tagen sogar ab 12.00 Uhr unterwegs. Falls wer etwas für mich oder den Obdachlosen machen könnte, wären wir echt sehr dankbar dafür.

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