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Winterpakete

Hallo liebe Freunde.

Ich werde immer zusammenfassend schreiben, denn ich habe leider nicht jeden Tag Zeit zum schreiben.

Die letzten Tage vom 4.1 bis 9.1 waren wieder sehr kalt und unangenehm für Obdachlose die draußen schlafen müssen. Wir waren sehr viel unterwegs und konnten in den letzten 4 Tagen weitere 16 Winterpakete ausliefern.

Leider haben wir einige Obdachlose unter sehr schwierigen Verhältnissen gefunden.

Da war ein Obdachloser in der Nähe vom Donaukanal.

Jeder weiß, wo es Wasser gibt, gibt es auch Ratten. Wir haben einen Obdachlosen gefunden der unter einer Brücke lebte. Als wir ihm immer näher kamen, roch es ziemlich schlimm, etwas grausiges. Danach liefen zwei große Ratten von dem Obdachlosen davon. Ich fragte den Herrn, ob er etwas brauchen würde, zuerst lehnte er alles ab, aber nach einem kurzen Gespräch, hat er doch etwas angenommen. Ich fragte ihn aber aus Neugierde, ob es ihm nichts ausmacht, dass Ratten in seiner Nähe sind. Er meinte nur, nein, ich bin es schon gewöhnt. Sie tun mir ja nichts.

Ich habe ihn auch gefragt, ob er nicht in eine Unterkunft möchte. Aber er lehnte so ziemlich alles ab. Leider konnten wir nicht mehr für diesen Herrn tun. Ich habe ihn meine Telefonnummer gegeben, damit er mich jederzeit anrufen kann.

Die Nächte in der wir unterwegs waren, konnte ich vieles lernen. Wir sollten viel öfter für das dankbar sein, was wir haben und sich nicht immer wieder beschweren, was wir nicht haben oder haben könnten. Es ist klar, dass wir für unsere liebsten nur das beste wollen, aber es tut auch gut, wenn wir Dinge oder Menschen sehen, denen es verdammt dreckig geht. Oder wenn wir Angst verspüren, in kalten und düsteren Nächten, die Gefahr könnte überall nach jeder Ecke auftauchen und wir wären der Gefahr schutzlos ausgeliefert. Ich bin jetzt schon sehr oft in Wien unterwegs. Ich habe viele Orte und düstere Winkel der Stadt Wien kennengelernt. Die Menschen die mich mittlerweile begleiten, können dies bestätigen. Ich habe Gott sehr oft gebeten, dass er mir Mut geben soll und meine Angst verschwinden lassen soll. Ich habe keine Angst mehr. Meine Angst ist verschwunden und ich gehe ziemlich klar durch wien und diene dem Herrn mit sehr viel Zuversicht.

Gestern waren wir ebenso dort unterwegs, wo kein Mensch freiwillig hingeht. Immer wieder sage ich den Menschen die mich begleiten, dass sie keine Angst haben müssen. Jeder der mit mir mitgeht und mir vertraut, der braucht keine Angst zu haben.

Als wir unterwegs waren und schon fast am Heimweg waren, bat ich Gott im Gedanken um Hilfe. Er möge mir noch einen Obdachlosen zeigen. Er zeigte ihn mir. Wir waren zum Abschluss in der Nähe von der Gruft. Da diese komplett belegt war, suchte sich Christian einen Platz im Freien zum schlafen. Wir haben Christian angesprochen. Auch er hat ein Verhalten eines Obdachlosen und war mit dem zufrieden was er hatte. Obwohl er nicht für den Winter angezogen war und auch ungenügend Material zum zudecken gehabt hat. Er setzte sich auf und schaute uns an. Danach begann er mit uns zu reden. Er bedankte sich sehr oft bei uns. Danach haben wir ihm ein Winterpaket geben dürfen. Aber nicht nur das, sondern wir haben gemeinsam gebetet, damit er diese Nacht gut überstehen möge. Vor einigen Wochen hatte Christian leider eine sehr schmerzhafte Erfahrung machen müssen. In einer Einrichtung für Obdachlose, hatten ihn einige Migranten ausgeraubt und haben ihn mit einem Messer sehr schwer verletzt. Er zeigte mir seine Wunden und sie sind noch immer nicht verheilt. Leider hat er auch ein Problem mit Alkohol, sodass er leider keine oder sehr geringe Hilfe in Anspruch nimmt. Ich habe ihn meine Hilfe angeboten und er möchte auch meine Hilfe annehmen. Was für mich sehr erfreulich war. Ich werde Christian heute Wiedersehen und werde ihn etwas frisches und warmes zu essen kaufen. Danach werde ich mich mit ihm unterhalten und schauen, wie wir gemeinsam weitermachen können. Vielleicht kann er von mir so sehr motiviert werden, damit ich ihn von der Straße bekomme.

Da ich in den letzten Jahren sehr sehr viel Erfahrung auf der Straße sammeln konnte und mir auch sehr viel niedergeschrieben habe, werde ich auch über das Leben auf der Straße ein Buch verfassen. Ein Buch, das uns zum nachdenken bringen soll und ein Buch, was auch einiges aufdecken wird, was in unserer Gesellschaft passt oder einfach nur mit Füßen getreten wird.

Für mich ist es wichtig, dass jeder Mensch es verdient hat, Mensch zu bleiben. Wir alle sind Menschen aus Fleisch und Blut. Sehr viele Obdachlose stehen zu unrecht auf der Straße. Sehr viele haben sehr schwere Verluste ertragen müssen und konnten den Anschluss nicht mehr erreichen. Viele versanken in eine Depression und kamen ohne Hilfe nicht mehr weiter.

Jeder von uns, absolut jeden kann es treffen. Egal ob reich oder arm.

In einigen Tagen werde ich wieder zu euch schreiben. Werde euch erzählen, was wir erlebt haben und wie es mit manchen weitergeht.

Falls mich jemand einmal begleiten möchte, so gebe ich euch die Gelegenheit, dass ihr hautnah miterleben könnt, was ich in meiner Freizeit mache. Was wir für andere tun können.

Bis jetzt haben mich Missionare der Kirche Jesu Christi begleitet. Es sind ganz besondere Menschen und ich möchte mich bei ihnen bedanken, dass auch sie sich Zeit nehmen, obwohl ich sie einer Gefahr aussetze.

Danke euch vielmals ♥️

Auch Jessica durfte mich begleiten 😀

Darf gerne geteilt werden

In tiefster Demut und Dankbarkeit euer

Phillip Ringo Nussbaumer

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